Start der Imagekampagne des deutschen Handwerks: Imagefilm in TV und Kino, Werbung auf Plakatwänden, Straßenbahnen und Bussen
Handwerk präsentiert sich als innovativer Wirtschaftsfaktor, der jungen Menschen attraktive Arbeitsplätze anbietet
Köln, 14. Januar 2010. Nur gut jeder zweite der 14- bis 29-Jährigen hält das Handwerk für einen attraktiven Arbeitgeber. Diese positive Einschätzung teilen jedoch 70 Prozent der Befragten, die 60 Jahre und älter sind, so das Ergebnis der vom Zentralverband des Deutschen Handwerks in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Der gleiche Trend ergibt sich bei der Frage nach dem sozialen Ansehen des Handwerks: Von einem hohen sozialen Ansehen sprechen zwar 67 Prozent der über 60-Jährigen, aber weniger als ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen. Vor allem auch an diese Altersgruppe richtet sich daher die Imagekampagne des deutschen Handwerks.
„Um junge Menschen für das Handwerk zu interessieren, setzt diese Imagekampagne auf die emotionale Kraft von Bildern, verbunden mit witzigen Sprüchen, die herkömmliche Klischees über das Handwerk hinterfragen", erläutert der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, Dr. Ortwin Weltrich. Angesichts der demographischen Veränderungen werde sich der Wettbewerb um die für anspruchsvolle Ausbildungen geeigneten Jugendlichen in den nächsten Jahren verschärfen, da könne das Handwerk nur mithalten, wenn seine Arbeitsplätze als innovativ und zukunftsfähig gelten. „Rad erfunden, Pyramiden gebaut, Mars erkundet, Abfluss repariert", diese Auflistung der Tätigkeit des Handwerks wird in Kürze auf großen Plakatwänden zu sehen sein, als Standort der Plakatwerbung sind die Städte Bergisch Gladbach, Bonn, Frechen, Köln und St. Augustin vorgesehen.
Dass ohne das Handwerk in einer modernen Wirtschaft und Gesellschaft nichts funktioniert, ist die zentrale Botschaft des Imagefilms, der als Werbespot erstmalig am Samstag, 16. Januar, 20.14 Uhr von den privaten Fernsehsendern und wenige Tage später von ARD und ZDF ausgestrahlt wird. „Stärke und Innovationskraft des Handwerks werden in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzt", daher sei diese Imagekampagne erforderlich, so Weltrich. Bei rund 32.000 Betrieben in der Region Köln-Bonn, die mit 185.000 Beschäftigten - darunter 15.000 Auszubildende - einen jährlichen Umsatz von 15 Milliarden Euro erzielen, sei das Handwerk ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Daher stehe die Imagekampagne unter dem Leitmotto „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht".
Dabei sei das Handwerk alles andere als eine anonyme abgehobene Wirtschaftsmacht, „vielmehr ist der Handwerksbetrieb in seinem Ortsteil verankert, in der Nachbarschaft kennt man ihn gut. Die persönliche Verantwortung, die der Handwerksunternehmer für seinen Familienbetrieb, für die Beschäftigten und die Lehrlinge wahrnimmt, steht im auffälligen Kontrast zu den für die meisten von uns undurchschaubaren Vorgängen an den internationalen Finanzmärkten, die zu der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit geführt haben", betont Weltrich. Bei der Konzipierung der Imagekampagne des Handwerks sei kontrovers diskutiert worden, ob sich das Handwerk mit dem Begriff der Wirtschaftsmacht profilieren solle. Doch der komplette Slogan „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan" schaffe es, die beiden Seiten der Handwerkswirtschaft, die gesamtwirtschaftliche Bedeutung einerseits und die Greifbarkeit des vor Ort verankerten Klein- und Mittel-betriebs andererseits, in einen spannungsvollen Bogen zu setzen.
Die Botschaft „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan" wird auf vielen unterschiedlichen Werbeträgern eingesetzt. Eine 14 Meter lange Fahne mit diesem Slogan der Imagekampagne weht vom Dach des Gebäudes der Handwerkskammer, vier weitere Fahnen werden in den beiden Bildungszentren der Kammer eingesetzt. Peter Panzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer und gleichzeitig ihr Kampagnenbeauftragter, weist darauf hin, dass der Imagefilm auch übers Internet zugänglich ist (Internetseiten der Handwerkskammer zu Köln oder www.handwerk.de). Während die Kurzversion in der Fernsehwerbung zu sehen ist, wird die längere Version des Werbespots in den Kinos gezeigt, und zwar in Kinos in neun Städten des Kammerbezirks Köln (Bergisch Gladbach, Bonn, Frechen, Hennef, Köln, Leverkusen, Radevormwald, Siegburg und Wachtberg).
Damit sich überall in der Region der Slogan „Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan" einprägt, hat die Handwerkskammer für zehn Straßenbahnen in Köln, für sechs Busse in Bonn und für 16 Busse außerhalb der beiden Großstädte die Bannerwerbung finanziert. „Diese Fahrzeuge sind von Mitte Januar an beklebt und dann für ein Jahr ohne Unterbrechung im Einsatz", teilt Panzer mit. In den drei großen Tageszeitungen der Region (General-Anzeiger Bonn, Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau) werde Anfang Februar eine Verlagsbeilage erscheinen, die über die Ziele der Imagekampagne und über die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks informieren wird.
Lässt sich über eine Werbekampagne überhaupt das Image eines Wirtschaftszweigs beeinflussen? Aus zwei Gründen zeigt sich der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Dr. Ortwin Weltrich, zuversichtlich. Zum einen sei die Imagekampagne auf fünf Jahre angelegt, denn niemand gehe davon aus, dass sich von heute auf morgen die Wahrnehmung des Handwerks in der Öffentlichkeit verändern lasse. Zum anderen werde eine erhebliche Breitenwirkung erreicht, weil möglichst viele Handwerksunternehmen in die Imagekampagne einbezogen werden. Alle Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer erhalten Anfang Februar ein sogenanntes Starterpakekt mit Plakat und Aufklebern. Wenn viele Firmenfahrzeuge den Aufkleber der Imagekampagne tragen, unterstreicht das die zentrale Aussage, dass das Handwerk ein überall gegenwärtiger Wirtschaftsfaktor ist.
Die Präsenz in den Medien lässt sich der Dachverband der deutschen Handwerkskammern einiges kosten. Das Budget der Imagekampagne beläuft sich auf jährlich zehn Millionen Euro und wird von den Kammern finanziert.









